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Obgleich verlässliche Dokumente fehlen, kann Reckingen als altes Besiedlungsgebiet angesehen werden. Der Name ist fränkischen Ursprungs und weist auf Besitzungen eines gewissen Ruko hin. Dieser war sicherlich ein wohlhabender Franke, der sich im Tal der Mess niederliess. Ein zweiter Hinweis auf die frühe Existenz Reckingens finden wir in der Schutzpatronin Sankt Adelgundis, deren Familienangehörige sicherlich für die Wahl der Reckinger Schutzheiligen verantwortlich zeichneten. Dabei ist die heutige Pfarrei Reckingen nur ein Bruchstück der alten Doppelpfarrei Reckingen-Rüssingen. Dieser Kirchenverband umschloss im 13. Jahrundert sieben Dörfer. Ein Dokument aus dem Jahre 1137 erwähnt "Rochingen". Sollte es sich hier um die Erstnennung Reckingens handeln? Das Gebiet um den heutigen Gemeindehauptort kam bereits im 9. Jahrhundert an die Grafen von Luxemburg, die einen Teil ihrer Rechte und Besitztümer an ihre getreuen Gefolgsleute abgaben: die Herren von Zolver, von Lollingen, von Reckingen und von Roedgen. Im 11. und 12. Jahrhundert schenkten die Grafen Wilhelm und Konrad II der Münsterabtei Allodialgut mit Wald und Hörigen. Im 14. und 15. Jahrhundert erwarb das Kloster eitere Güter in Reckingen und Roedgen. Am 11. Februar 1238 hatte Münster einen Teil des Patronatsrechts an Marienthal abgetreten. 1235 schenkten überdies verschiedene Adelige Patronatsrecht an des Frauenkloster. Der Pfarrzehnte wurde in neun Teile zerlegt: Marienthal hatte 4,5, Differdingen 2, Münster 1,5 und Bonneweg einen Teil. Marienthal war verplichtet den Chor und den vierten Teil des Schiffes der beiden Kirchen in Reckingen und Rüssingen zu unterhalten. Mitte des 14. Jahrhunderts zählte die Pfarrei 150 Haushalte. Kurz vor Abschaffung des Feudalsystems war Münster Landeigner und die Herren de Geysen in weltlichen Fragen zuständig. 1803 wurde Bettingen von der Pfarrei Reckingen gelöst. Von 1805 bis 1808 gehörten Ehlingen und Wickringen ebenfalls zum Kirchenverband Reckingen, ehe Ehlingen 1844 bischöfliche und 1863 staatliche Pfarrei wurde. Die heutige Kirche in Reckingen wurde 1933 unter Architekt Jean Dietz aus Luxemburg erbaut. Text: Jean-Paul Mertes |
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